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2020: Preise erhöhen und Kasse machen?

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Leere Strände - nicht mehr lange!

Lieber Ferienwohnungs-Vermieter,
machen Sie es nicht!
Widerstehen Sie der Versuchung!
Bitte!
Der Gedanke ist menschlich und nachvollziehbar. Das Jahr 2020 fing damit an, dass wir nicht in unsere Zweitwohnungen durften, nicht einmal zum renovieren oder putzen. Und dann durften wir wochenlang nicht vermieten, mussten Gäste wegschicken und wussten nicht einmal, wann es weiter geht. Statt Buchungen hagelte es Absagen. Und alle Gäste wollten kostenfrei stornieren.
Aber jetzt… Seit dem 7. Mai ist der Bann gebrochen. Es hagelt Anfragen. Mehr als jemals zuvor pro Tag. Wir haben ein Monopol! Sollten wir jetzt einfach die Preise für die restlichen noch freien Tage in 2020 erhöhen? Verdoppeln? Die Nachfrage ist da.
Soll ich?

Der Hauptgrund ist, dass meine Oma solch ein Verhalten einfach „ungezogen“ genannt hätte. Außerdem ist es nicht gut fürs Karma, wenn wir die Notlage der Anderen ausnutzen. Aber da wir unsere Entscheidungen auch vor unserer linken, rationalen Gehirnhälfte begründen müssen, kommen hier noch ein paar Argumente mit denen wir unsere Entscheidung für ein gutes Gewissen rational begründen können.

  1. Mieter, die mehr zahlen, gehen weniger sorgsam mit Ihrem Eigentum um. Ob sie nun bei Regen die Fenster offen lassen oder die Nachbarn mit mehr Lärm stören.
  2. Gäste, die sich den Urlaub aufgrund ihrer Preiserhöhung gerade so leisten können, werden nörgelig. Einige machen Fotos von jedem Staubkorn in der Hoffnung auf einen Rabatt und andere rufen den Hausmeister-Service um eine Glühbirne auszutauschen, obwohl Ersatzglühbirnen bereit liegen.
  3. Hohe Preise wecken hohe Erwartungen. Und da ihre Wohnung nicht automatisch bei einem doppelten Preis doppelt so toll ist, werden die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Ihre Bewertungen auf den Buchungsportalen werden daher deutlich schlechter ausfallen und im nächsten Jahr, wenn wir unser Monopol nicht mehr haben, werden die schlechten Bewertungen sich rächen.
  4. Unzufriedene Gäste werden sicherlich nicht erneut bei Ihnen buchen.

Lassen Sie uns die „Neuen“ zu Stammkunden machen!

Wir haben in 2020 die Chance, komplett neue Gäste-Gruppen von einem Urlaub in der Ferienwohnung zu überzeugen. Lassen Sie uns diese neuen Gäste begeistern. Wenn uns das gelingt, dann haben wir dauerhaft eine höhere Nachfrage und vielleicht sogar zukünftig neue zufriedene Stammgäste.

Was können wir tun um die neuen Gäste zu begeistern?

Bleiben wir realistisch. Wir können nicht spontan die Wohnung renovieren oder dafür sorgen, dass die Brötchen beim Bäcker neben der Ferienwohnung besser schmecken. Unsere neuen Gäste sind vielleicht Hotels gewohnt und haben keine Erfahrung mit Urlaub in einer Ferienwohnung. Und vielleicht kennen sie weder unseren Ort noch die Umgegend, da sie einfach irgendetwas gebucht haben, was noch frei ist.

Und genau dort ist unsere Gelegenheit. Lassen Sie uns kommunizieren. Je mehr, desto besser. Schreiben Sie Ihren neuen Gästen ALLES!

Es beginnt damit, dass vielen nicht klar ist, was Anreise-Zeiten sind, da sie vielleicht eine 24/7 Rezeption gewohnt sind. Wenn Sie keine kontaktlose Schlüssel-Übergabe per Post oder mit einem Schlüssel-Safe hinbekommen, dann erzählen Sie ihren Gästen, dass Sie auf sie warten und dass Sie daher eine Ankunftszeit benötigen. Schreiben Sie Ihren Gästen, was in der Wohnung ist (Toaster, Dolce-Gusto, Geschirrspülmaschine) und auch was nicht in der Wohnung ist (Salz, Spültabs, Bettwäsche und Toilettenpapier). Damit ersparen Sie sich und den Gästen viele Unannehmlichkeiten.

Schreiben Sie Ihren Gästen, dass Sie eine Strandmuschel eine Waschmaschine und ein Beach-Ball-Set in der Wohnung haben. Dann müssen Sie es nicht einpacken und reisen entspannter an. Anfahrtsbeschreibungen braucht man heute meistens nicht mehr, aber eine Beschreibung, wo was in der Wohnung ist, hilft sehr. Schicken Sie Ihren Gästen schon mal den WLAN-Code, damit sie ihn nach der Anreise nicht suchen müssen. Senden Sie Ihren Gästen eine Packliste und raten sie Ihnen, dass sie ihre Netflix-Zugangsdaten mitbringen sollen. (Der Amazon-Stick kommt auf die Packliste). Schreiben Sie Ihren Gästen, dass Sie tolle Radwege haben, die auch zum Skateboarden und Inlineskaten einladen. Schreiben Sie Ihnen, dass es in der Nähe einen Freizeitpark gibt und es schlau sein mag, schon frühzeitig Tickets zu buchen. Schreiben Sie Ihren Gästen, dass der Bäcker nebenan zwar OK ist, aber dass der versteckte Bäcker zwei Straßen weiter einfach phänomenal ist.

Und auch wenn es Ihnen vielleicht schwer fällt: Schicken Sie den Gästen Ihre Telefonnummer und E-Mail. So können Sie vieles, was sonst zu Verstimmungen führt schnell und direkt regeln. 99 Prozent der Gäste respektieren Ihre Privatsphäre und rufen wirklich nur in begründeten Fällen an. Und mit dem restlichen Prozent kommen wir auch irgendwie klar.

Und damit die ganze Kommunikation nicht in Arbeit ausartet, schaffen Sie sich eine Software an, die die Gast-Kommunikation für Sie automatisiert. Dann müssen Sie Ihre Beschreibungen, PDFs, Restaurant-Tipps, etc nur ein mal erstellen und dann automatisch ein paar Tage vor Anreise oder nach Abreise an den Gast senden lassen. So etwas kostet nicht die Welt und ist z.B. bei More-Bookings für eine Ferienwohnung dauerhaft gratis.

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